Früh morgens am Checkpoint 300 - der Weihnachtsstern leuchtet und die Teeverkäufer warten schon

Früh morgens am Checkpoint 300 - der Weihnachtsstern leuchtet und die Teeverkäufer warten schon

Noch bevor der Muezzin zum ersten Mal ruft, herrscht am Checkpoint in Bethlehem Hochbetrieb. Männer hetzen vorbei, um möglichst schnell die drei Stationen an der Grenze zu überwinden und pünktlich zur Arbeit nach Jerusalem zu kommen. Manche wohnen in Bethlehem, viele sind bereits eine Stunde unterwegs von Hebron oder aus einem der umliegenden Dörfer. Sie sind die Glücklichen, die eine Arbeitserlaubnis für Jerusalem bekommen haben. Dafür stehen sie jeden Morgen in den eingegitterten Gängen des Checkpoints und hoffen, dass sie ohne Stress auf die andere Seite kommen. Damit die ganze Sache so reibungslos wie möglich verläuft, tun die Freiwilligen von EAPPI hier ihren Dienst. Sie zählen die Menschen (rund 3000 jeden Morgen), dokumentieren, wenn wieder einmal jemand nicht rüberdarf oder es sonst irgendwelche Probleme gibt (auch Geburten am Checkpoint sind schon vorgekommen, weil die Frauen nicht schnell genug ins Krankenhaus durften) und ermahnen die Soldaten immer wieder, dass es eigentlich ihre Aufgabe ist, die Menschen möglichst ohne unnötige Verzögerungen passieren zu lassen.

Wenn es zu kalt ist, hilft brennende Pappe als Heizung

Wenn es zu kalt ist, bietet sich brennende Pappe als Heizung an

Je nach Laune der Soldaten stehen die Männer hier mal mehr oder weniger lang

Je nach Laune der Soldaten stehen die Männer hier mal mehr oder weniger lang - die paar Frauen, die morgens hier durchwollen, dürfen meist auf Drängen der EAPPIler durch einen extra Eingang

Erste Kontrolle

Erste Kontrolle - stimmen Pass und Arbeitserlaubnis mit dem Menschen dahinter überein?

Dann geht es über einen Parkplatz

Dann geht es über einen Parkplatz - meistens im Laufschritt, um Zeit aufzuholen

Ins nächste Gebäude kommen auch die meisten rennend

Ins Hauptgebäude des Checkpoints kommen auch die meisten rennend - auf zum nächsten Kontrollpunkt - die zwei mit den schicken beigen Westen gehören zu EAPPI

An der Wand nach Mekka hängt ein Werbeposter

An der Wand nach Mekka hängt ein Werbeposter: "Come and feel the glory - Israel"

Nach nochmaligen Schlangestehen gehts zur Durchleuchtung

Nach nochmaligen Schlangestehen geht es zur Durchleuchtung - Taschenscanner und Metalldetektor wie am Flughafen. Palästinenser müssen schon Schuhe und Gürtel ausziehen, Ausländer dürfen so durch.

Dann geht es noch einmal durch ein Drehkreuz

Dann geht es noch einmal durch ein Drehkreuz

Dort erwarten einen wieder Werbeplakate - und andere Schilder

In der letzten Halle erwarten einen wieder Werbeplakate ("Israel - wo die Zeit stillzustehen scheint") - und andere Schilder ("Zur Kontrolle der Einreiseerlaubnis")

"Israel - Wo das ganze Jahr über Ferien sind"

"Israel - Wo das ganze Jahr über Ferien sind" - vielleicht ist es ganz gut, dass die Wartenden oft nicht genug Englisch können, um die Plakate zu verstehen

Eine letzte Kontrolle der Arbeitserlaubnis, Handabdruck und Daten auf einer Chipkarte, dann sind sie endlich in Israel

Eine letzte Kontrolle der Arbeitserlaubnis, Handabdruck und Daten auf einer Chipkarte, dann sind sie endlich in Israel

Noch schnell das Morgengebet verrichtet

Noch schnell das Morgengebet verrichtet, denn der Muezzin hat schon gerufen...

...dann geht es weiter in den Bus, der nach Jerusalem fährt

...dann geht es weiter in den Bus, der nach Jerusalem fährt

Dass die Israelis um ihre Sicherheit fürchten, ist nach unzähligen Attentaten verständlich. Für die Palästinenser ist es eine Kollektivstrafe. Jeder von ihnen steht unter Generalverdacht. Weil sie Fanatiker unter ihren Reihen haben, müssen sie eben morgens um drei aufstehen, weil ihr Arbeitsweg eine Stunde länger dauert, als nötig. Falls der Checkpoint offen hat und die Soldaten keine schlechte Laune haben.

Wer den PNN-Bericht von Alena über unseren frühmorgendlichen Besuch am Checkpoint lesen will, kann hier klicken.