"Homage an Aliaa el Mahdi. Schwestern aus Israel"

"Homage an Aliaa el Mahdi. Schwestern aus Israel"

„Homage to Aliaa el Mahdi. Sisters in Israel“ steht auf dem Transparent, das die nackten Frauen dahinter verdeckt. Rund 40 Israelinnen hatten sich ausgezogen, um sich mit Aliaa solidarisch zu zeigen. Die junge Ägypterin hatte auf ihrem Blog Aktfotos von sich veröffentlicht, um gegen die rigide Sexualmoral in ihrem Land zu protestieren. Zuvor hatten sie und ihr Freund die Sittenwächter schon damit erzürnt, dass sie sich öffentlich als Paar zeigten, obwohl sie nicht verheiratet sind.

Man mag von nackten Protesten halten was man will – bei all dem Misstrauen und der Feindseligkeit gegen Araber, denen ich in Israel immer wieder begegne, ist diese öffentliche Solidaritätsbekundung Tel Aviver Frauen ermutigend.

Für Aliaa aber könnte es aber brenzlig werden. Islamistische Anwälte haben offenbar gefordert, Aliaa für ihre Freizügigkeit nach islamischen Recht zu bestrafen.

Nach dem arabischen Frühling in Ägypten kämpfen verschiedene Gruppen um die Macht, darunter die aktuelle Militär“regierung“, die Muslimbrüder, Salafisten (die eine Geschlechtertrennung wie in Saudi-Arabien anstreben) und Liberale (die sich allerdings ebenfalls von Aliaa distanziert haben, um ihren Wahlkampf nicht zu gefährden). Am Montag wird gewählt. Und es sieht so aus, als könnten die Revolutionen in der arabischen Welt noch eine Revolution vertragen. Bis zu einer halbwegs freie Gesellschaft ist es noch weit.